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Gunter Wiedemann schafft die 4 Salomon Trails 2015

Salomon4Trails Nun ist es soweit. Der Salomon4Trails kann beginnen. Vom 8.7. bis 11.7.15 sind 4 Trails mit ca. 150 km und knapp 9000 Höhenmeter zu bewältigen. Pünktlich um 18:30 Uhr stehen wir in Berchtesgaden und holen unsere Startunterlagen ab. Diese beinhalten: 1 SALOMON Sporttasche. In diese muss nun unsere mitgebrachte Bekleidung etc. umgepackt werden, da nur diese Tasche von Unterkunft zu Unterkunft transportiert wird. Gott sei Dank ist diese groß genug, das mitgebrachte Gepäck aufzunehmen. Die tägliche Powerration von Power Bar. Ein Startnummernband von Leki Unser Trailbook, das immer mitzuführen ist sowie verschiedene andere Gegenstände. (siehe HP von Salomon4Trails) Nachdem die Pasta Party sowie das 1. Briefing zu Ende war, sind wir zu unserer Unterkunft nach Bad Reichenhall gefahren und haben uns dort für den 1. Trail vorbereitet. In der Nacht dann schweres Gewitter und Regen.

 

 

 Trail 1: Berchtesgaden nach Bad Reichenhall. 30 km, 2237 HM

Am Start wurde uns mitgeteilt, dass aus Sicherheitsgründen der Trail von 30 km auf 25,1 km verkürzt werden muss. Der Regen hat streckenweise den Boden zu rutschig gemacht. Dann gleich ein Schreck am Morgen. Nachdem ich meinen Laufrucksack aufsetzte, wurde ich im Rücken nass. Was ist jetzt los? Die Trinkblase ist undicht. Woher jetzt eine neue bekommen? Im Startbereich gleich auf die Suche und beim SALOMON Stand fündig geworden. Auspacken, Umfüllen, Verstauen. Dann das Einchecken in den Startbereich. Jeden Morgen das Gleiche. Es wird jeder Rucksack kontrolliert, ob die vorgeschriebenen Gegenstände eingepackt sind. Trailbook, topographische Karten, lange Hosen, langes Shirt, Erste-Hilfe-Set, Regenjacke, Handschuhe, Mütze, Faltbecher, genügend Trinken sowie das Handy mit den eingespeicherten Notrufnummern. Auf den Powergels u. ä. muss die Startnummer stehen. Der Grund hierfür: sollte jemand seinen Abfall entsorgen weiß man, von wem das ist und derjenige wird disqualifiziert. Um 8 Uhr dann der Startschuss für die 574 Athleten aus 27 Nationen.

Von Berchtesgaden nach Bad Reichenhall. Ab jetzt gilt es, die Kräfte für die 4 Trails einzuteilen. Nicht zu langsam, aber auch nicht zu schnell. Immer darauf achten, dass die vorgegeben Zeitlimits eingehalten werden. Kommt man später an, wird man für diesen Tag aus der Wertung genommen. Die ersten 3,5 km sind flach. Aber dann. Der erste Aufstieg. 6 km auf der Horizontale und gut 1.000 Höhenmeter sind zu laufen. Auf 1600 m haben wir dann den höchsten Punkt dieser Etappe erreicht. Wir haben eine kurze Verschnaufpause, bevor es fast senkrecht wieder hinab geht. Jetzt wissen wir auch, warum dieser Abschnitt „Knieschnackler“ genannt wird. Kurze Verschnaufpause, bevor es wieder 7 km 1050 HM aufwärts geht. (Jetzt regnet es auch noch). Danach erreichen wir den höchsten Punkt des Tages. Den Hochschlegel. 1688 m. Jetzt nur noch Bergab. Jedoch ist weiterhin höchste Konzentration gefragt. Nach 4:59 Std. erreiche ich das 1. Ziel. Die alte Saline in Bad Reichenhall. Jetzt zur Unterkunft laufen, duschen, kurz verschnaufen. Dann ab zur Pasta Party, 2. Briefing.

Trail 2: Bad Reichenhall nach Ruhpolding. 34 km, 2000 HM

Start ist wieder um 8 Uhr. Das bedeutet: Taschen 1,5 Stunden vor dem Start an der Rezeption abgeben. Aufstehen um 5.45 Uhr, ab ins Bad, Laufrucksack packen, Frühstücken, danach den Rest in die SALOMON Sporttasche verstauen, und los zum Start. Einchecken 45 Minuten vor dem Start. Kontrolle etc. Pünktlich um 8 Uhr Start mit Highwell to hell. Das Anlaufen fällt etwas schwer. Die Oberschenkel brauchen noch eine Weile, ehe sie richtig funktionieren. Nach knapp 3 km der erste Aufstieg. Hoch auf 1400 HM. Danach folgt ein Trail, der es in sich hat. Mehrfach mache ich mit dem Boden Bekanntschaft. Wurzeln über Wurzeln säumen den Querstieg. WIR können hier nur laufen. Die Profis rennen. Nach ca. 1,5 km geht es wieder aufwärts. Hoch auf 1780 m – zum Zennokopf.

Dann Abstieg auf 800 m, zum Verpflegungspunkt Nr. 2. Hier passiert dann das 2. Missgeschick bei diesem Lauf. Ich falle auf meinen Trailstock und plötzlich habe ich „3 Stöcke“. Linker Stock gebrochen, nicht mehr zu Gebrauchen. Die Gedanken kreisen. Wo bekomme ich einen neuen Stock her? Ohne Stöcke schaffe ich die restlichen 2 Tage nicht. Mal schauen, ob im Ziel welche zu kaufen sind. Jetzt laufen wir durch Inzell. Hin zum letzten Anstieg auf 1160 m. Und das nun mit einem Stock. Das Ziel Ruhpolding erreiche ich nach 6:40 Stunden. Im Ziel schaue ich bei Leki vorbei. Doch der Preis für die Stöcke ist mir zu hoch. Und so suche ich ein Sportgeschäft und kaufe dort ein paar Stöcke, die erschwinglich sind. Die letzten beiden Trails sind gesichert.

Trail 3: Ruhpolding nach Loofer. 37,5 km und 2100 HM

Schon beim Aufstehen merkst du, wie es in den Oberschenkeln zieht. Aber es geht mehreren so. Das sieht man an der Gangart der Teilnehmer. Das Hinsetzen geht am besten, wenn man sich irgendwo festhalten kann. Trail Nr. 3 musste wegen einer fehlender Genehmigung geändert werden. Die Teilnehmer wurden mit dem Bus um 8 Uhr nach Weißbach gefahren. Hier erfolgte dann um 9:30 Uhr der erste Start. Die beiden anderen Startblöcke jeweils um 10 Minuten versetzt. Das bedeutete für uns: Start um 9:50 Uhr. Das musste so sein, weil wir durch die Weißbachschlucht liefen und ein Überholen fast unmöglich war. Die lange Wartezeit war schon nervig. Wir saßen in der Sonne, tranken noch ein paar Schluck Wasser und unterhielten uns mit den anderen Teilnehmern. 9:50 Uhr. Start mit Highwell to hell.

Das Durchlaufen der Schlucht war wieder ein Erlebnis. Hat richtig Spaß gemacht. Nach dem Ende dieser Schlucht war man im Schneizelreuth. Ab jetzt geht es wieder aufwärts. 1000 HM auf ca. 3 km in der Horizontale. Kein leichtes Gehen mehr. Die beiden letzten Tage stecken in den Beinen. Es verwundert einen, woher man noch die Kraft nimmt, diesen Anstieg zu meistern. Im Gänsemarsch geht es hoch. Dann für mich der erste Trail, den man Abwärts laufen kann. Macht Laune und Spaß. Bei Unken dann der Verpflegungsstand 2. Von hier aus geht hoch zu Lehmmoss und dann weiter zur Bimalm. (1269 m). Dieses Teilstück kostet sehr viel Beinkraft. Nach 7:25 Stunden habe ich auch dieses Ziel erreicht. Mittlerweile ist es 17:15 Uhr. Ich weiß noch nicht, wo meine Unterkunft ist und um 17:30 Uhr beginnt die Pasta Party. Briefing wie immer um 19 Uhr. Das wird knapp. Duschen, umziehen etc.

Trail 4: Lofer nach Maria Alm. 42,9 km, 2355 HM

Oh je, das Aufstehen aus dem Bett fällt schwer. Mit den Händen abstützen, dann geht es. Gehen fällt auch noch etwas schwer. Naja, das kennt man ja. Wird sich wieder bessern, wenn die ersten Schritte erst einmal gemacht sind. Der Start von Lofer begann bereits um 7 Uhr. Viel zu früh. Kaum Zeit für eine Regeneration des Körpers. Die Taschen sollen ab 5:30 Uhr zur Abholung bereitstehen. Aufstehen um 4:45 Uhr. Der Bus holt uns um 6 Uhr ab und bringt uns zum Start. Wir hatten auch noch das Glück, dass 3 Häuser neben unserer Unterkunft eine Feier mit einer Blasmusikgruppe stattfand. Bis 23 Uhr Musik, Gesang. Danach wurde bis ca. 1 Uhr ohne Musik weitergefeiert. Am Start das übliche Prozedere. Das letzte Mal. Jetzt noch einmal alle Kräfte mobilisieren für die Königsdisziplin. Der Längste und Höchste Trail zum Schluß Gleich nach dem Start geht es für die nächsten 14 km stetig bergauf, bis hoch zur Litzelalm (1321 m) Hier gibt es dann die erste Verpflegung. Dann werden wieder die Bergabmuskeln beansprucht. Es geht runter auf 1000 HM, und dann stetig hinauf auf 2355 m. Man muss sehr konzentriert gehen, der Steig wird kleiner und rechts geht es steil bergab. Wir sind auf dem Weg zum steinernen Meer.

Der Weg wird lang. Zwischen der Verpflegungsstelle 2 und 3 ist ein sehr langer Weg. Zu lang, wie sich später herausstellt. Die Sonne tut ihr übriges. Steine, überall Steine, loses Geröll. Jeder Schritt muss überlegt sein. Immer auf der Suche nach den Wege-Kennzeichen. Und dann auch noch Schneefelder. Ich komme mir vor wie ein Skifahrer. Rechts und links die Stöcke und die Trailschuhe sind die Ski. Mehrmals falle ich in den Schnee. Jetzt kommt ein Punkt, den ich von mir noch nicht kannte. Unlust macht sich breit. Weit und breit nur Steine, Schnee. Nur Bergauf. Wo bzw. wann beginnt der Abstieg? Die Luft hier oben ist auch etwas dünner. Aber irgendwie schaffe ich es, mich wieder zu motivieren. Viele LäuferInnen überholen mich. Ich schaue auf die Uhr und merke, wie die Zeit vergeht. War ich an der Verpflegungsstelle 2 noch 1 Stunde vor dem Zeitlimit, wird es nun langsam eng. Und dann bin ich am Abstieg angekommen. Senkrecht geht es runter. Gehalten wird sich an den vorgesehenen Stahlseilen. Wir bekommen jetzt die Info, dass ab hier das Zeitlimit aufgehoben wird und wir auf unsere Sicherheit achten sollen. Einige Frauen sitzen auf dem Boden und weinen. Angst vor dem Abstieg? Langsam mache ich mich auf den Weg.

Christian, meinen Laufpartner, sehe ich einige Meter vor mir plötzlich wieder. Also bin ich gar nicht so schlecht unterwegs gewesen. Die Veranstalter haben wohl bemerkt, dass die Verpflegungsstelle 3 zu weit von der Verpflegungsstelle 2 entfernt ist und haben kurzerhand unten eine weitere Verpflegungsstelle eröffnet. Wasser und Cola. Die reguläre Verpflegungsstelle kommt 2 km später. Dann sind es noch 4 km bis zum Ziel. Macht das Sinn so kurz vor dem Ziel? Unten angekommen nehme ich 2 Becher Cola und gehe die nächsten 2 km. An Bergablaufen ist nicht mehr zu denken. Erst als es einigermaßen eben wird, beginnen meine Beine wieder in den Laufrythmus zu finden. Und so erreichen wir das letzte Ziel nach 10:07 Stunden. Geschafft. SALOMON4Trail 2015 ist erledigt. Die letzte Pasta Party. Siegerehrung. Übergabe der Finisher Shirts an alle Finisher. Jeder Finisher wird aufgerufen, geht auf die Bühne und erhält sein Shirt. Von den 574 Startern haben rund 450 Starter den Trail erfolgreich beendet. Meine Laufuhr zeigt mir 147 gelaufene Kilometer und eine Laufzeit von 29:13 Stunden.
Für diese Etappen waren meiner Meinung nach „hochalpine“ Erfahrungen nötig.
Die Ärzte hatten vorwiegend Schürfwunden zu versorgen. Auch ein Handbruch war dabei. Ab dem 3. Tag folgten Blasen an den lädierten Füßen und ab dem 4. Tag häuften sich die Gelenkschmerzen. Beachtliche Mengen an Blasenpflaster, Voltaren- Gel und IBUprofen-Schmerzmitel wurden verteilt.
FAZIT: Teilnahme an einem weiteren SALOMON4Trail = JA. Aber nicht mit dieser Strecke.

Mehr? http://www.4-trails.com

Gunter Wiedemann

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