Als im Frühjahr dieses Jahres unsere Lauffreunde von der ASG Hockenheim beim Marathon-Team nachfragten, ob wir zur Fahrt zum Marathon durch die Weinberge mit Start in Molsheim teilnehmen möchten, meldeten sich spontan 5 Lauffreunde (Silvia und Walter Gottermeier, Siglinde Buse, Rolf-Jürgen Frey, Andrea Berger) an. Der Lauf ist zwar als reiner Genusslauf bekannt, dennoch konnten wir anhand der Ausschreibung nur ahnen, was auf uns zukommt.
Am Samstag, den 15.06.2019, startete pünktlich um 11.00 Uhr der Bus vom Bahnhof Hockenheim mit ca. 30 Teilnehmern Richtung Molsheim, nicht ohne genug Verpflegung eingepackt zu haben. Schon nach kurzer Zeit begann das „Aufwärmtraining“ für den Lauf am nächsten Tag. Es wird dort schließlich Wein auf der Strecke ausgeschenkt. Also musste schon mal die ein oder andere Flasche Sekt probiert werden um zu testen, ob wir gut vorbereitet sind.
In Molsheim angekommen, wurden erstmal auf einem lauschigen Parkplatz die mitgebrachten Köstlichkeiten ausgepackt und ein ausgiebiges Picknick veranstaltet, bevor es dann zur Startnummernausgabe ging. Hier verlief alles reibungslos, selbst die Ummelder hatten keine Probleme. Nach einem kurzen Kaffeeklatsch auf dem Markplatz ging es dann weiter zum Holiday Inn in Straßburg. Das Einchecken verlief auch hier reibungslos, sodass wir kurze Zeit später schon wieder auf Tour waren, um auf der deutschen Seite in einer kleinen Gaststätte eine spezielle „Pastaparty“ zu feiern. Die Pasta wurde nämlich in Form eines Buffets ausgegeben. Jeder hatte die Möglichkeit, unterschiedlich zubereitete Pasta zu genießen und natürlich erneut Wein zu verkosten. Ein gelungener Abschluss für den Samstagabend.
Am Sonntagmorgen, den 16.06.2019, mussten die Marathonis schon früh raus, um ihr Frühstück zu sich zu nehmen und dann mit dem Shuttle nach Dorlisheim gebracht zu werden. Start war um 8.00 Uhr. Die Halbmarathonis hatten noch etwas Zeit und konnten bis 8.00 Uhr im Hotel verweilen, bis auch sie abgeholt wurden für den Start um 10.00 Uhr in Scharrachbergheim.
Am Start angekommen, erwartete die Teilnehmer jeweils ein Spektakel der besonderen Art. Viele Teilnehmer waren kostümiert, Gruppen meist zu einem bestimmten Thema. Dementsprechend euphorisch war die Stimmung. Ein Vater hatte für seinen Sohn ein Flugzeug gebaut, das er mit ihm über die Strecke schob. Wieder eine andere Gruppe hatte einen Mehrfachbehinderten dabei, den sie in einem umgebauten Dreirad mitnahmen. Für diese Gruppe stellte der Transport des Vehikels über zum Teil unwegsames Gelände eine größere Herausforderung dar als der Lauf selbst. Dennoch war die Stimmung auf der ganzen Strecke ausgelassen. Schnell wurde klar, dass es bei diesem Lauf nicht um Tempo ging, sondern um Genuss. Dazu gehörte auch, dass man sich tatsächlich an den einzelnen Verpflegungsständen bewusst Zeit nahm, um die angebotenen Köstlichkeiten und den dazu passsenden Wein zu genießen. Außerdem spielte an jedem Stand eine Musikgruppe, die zusätzlich zum Verweilen einlud. Am Anfang trauten sich die Halbmarathonis Silvia, Walter und Andrea erst gar nicht zuzugreifen. Das änderte sich als sie feststellten, dass die ASG’ler bewusst langsam machten, und so griffen auch sie zu, wobei sie zum dargebotenen Wein immer entsprechend genug Wasser zu sich nahmen. Auf diese Art und Weise näherten wir km 39 (bzw. km 18 für die Halbmarathonis). Dies war der Treffpunkt für alle Läufer vom Marathon-Team Ketsch und ASG. Es war ausgemacht, dass hier gewartet wird, bis alle Teilnehmer vom Marathon-Team Ketsch und ASG dort angekommen sind. Ausnahme war Walter, der sich von Silvia und Rolf-Jürgen im Walkingschritt ohne Aufenthalt direkt ins Ziel begleiten ließ. Das Warten nahm dann doch einige Zeit in Anspruch, so dass mancher mit anderen Läufern launig ins Gespräch kam. Nach ca. 6 Stunden für die Marathonis respektive 4 Stunden für die Halbmarathonis fand sich auch die letzte Läuferin ein und die letzten 3 km konnten in Angriff genommen werden. Wir haben exakt die Zielschlusszeit von 6:30 Std. eingehalten und kamen dann tatsächlich als letzte Gruppe in Molsheim an, wobei wir begeistert empfangen wurden. Diese Leistung war es wert, dass wir im regionalen französischen Fernsehen erwähnt und gezeigt wurden.
Fazit: Es ist anstrengend, bewusst langsam zu laufen, das muss man/frau wirklich wollen und auf gar keinen Fall mit einer Zeitvorgabe ins Rennen gehen. Ansonsten ist dies auch ohne die außergewöhnliche Streckenverpflegung ein anspruchsvoller und wunderschöner Lauf.
Andrea Berger










